China

China ist mit einer Anbaufläche von rund 1.045.000 Hektar das zweitgrößte Teeanbauland der Welt (nach Indien), als Produzent von ca. 700.000 Tonnen jedoch nur auf Platz drei (nach Indien und Cylon). 2/3 der Teeproduktion wird aber nicht exportiert, sondern in China selbst konsumiert.

Die meisten Teeplantagen befinden sich im Süden und im Landesinneren. Da die Tees über ein regionales Zentralbüro verwaltet werden, gibt es keine Bezeichnungen für einzelne Teegärten, sondern nur Sammelbezeichnungen für die jeweiligen Teearten. Diese sind allerdings exakt definiert und entsprechen stets denselben Qualitätstandards.
Der Haupthandelsplatz für Tee ist Guangzhou in der Provinz Kanton. Dort findet auch zweimal jährlich eine Messe statt.

Klimatisch sind die chinesischen Teeanbaugebiete weniger feucht als indische, dafür sind die Niederschläger sehr gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt. Zahlreiche Plantagen liegen an fast ständig vernebelten Hängen und geben dadurch den Teeblättern eine optimale Feuchtigkeit, wodurch eine hervorragende Qualität entsteht.
Die Hauptpflückung findet zwischen Mitte April und Mitte Mai statt.

China hat weltweit die reichste Auswahl an Teesorten. Insbesondere Schwarztee wird in großen Mengen für den Weltmarkt produziert.
Allgemein lässt sich sagen, dass chinesischer Tee sehr mild und weich ist, da der Gerbsäure- und Teingehalt niedriger ist, als der von anderen Anbaugebieten.

China gilt als die Wiege des Tees, welcher dort seit über fünf Jahrtausenden bekannt ist. In China werden Schwarztee, nicht fermentierter Grüntee, halbfermentierter Oolongtee und viele weitere Sorten geerntet. Rauchtee – auch als Lapsang Souchong bekannt - Jasmintee und Lichee-Tee werden ausschließlich in China produziert. Die bekannteste Schwarzteesorte ist Keemun, welcher einen nussigen Geschmack und recht wenig Koffein besitzt.

Durch die lange Geschichte hat sich in China eine der ältesten Teetraditionen entwickelt. Tee wird ca. 600 v.Chr. erstmals schriftlich in den Aufzeichnungen des Dichter Lu Yü erwähnt. Darin beschreibt er eine neue Form der Teezubereitung, bei welcher der Tee zu Pulver gerieben wird. Diese Techniken werden im Laufe der Zeit verfeinert und sind heute noch Teil der japanischen Teezeremonie Chanoyu.
Später, während der Ming-Dynastie wurde der Tee ohne Pulverisierung mit heißem Wasser aufgebrüht – was auch bis heute beibehalten wurde.
Beim grünen Tee spielt die Art der Zubereitung eine sehr wichtige rolle in Bezug auf Geschmack und Wirkung.

Schwarztees kommen häufig aus den Provinzen Yunnan, Hunan und Sichuan und haben einen milden, süß-würzigen und leicht rauchigen Geschmack.
Grüntees sowie Oolong-Tees kommen vor allem aus den Provinzen Anhui, Zhejiang und Fujian.

Das Hongkong Flagstaff House Museum of Tea Ware ist weltweit bekannt.

Berühmte chinesische Teehäuser sind:
- Chengdu Ziyunting Teehaus
- Hangzhou Goujicharen Teehaus
- Old Shanghai Tea House