Co-Hong

Die Co-Hong waren Angehörige einer kleinen Gruppe kaiserlich legitimierter Kaufleute, die den gesamten Außenhandel Chinas organisierten und überwachten. Der Handel in Europa mit den asiatischen Waren lief vor allem über die großen Metropolen und Hafenstädte London, Amsterdam und Paris.

Während bis zum Ende des 17. Jahrhunderts den europäischen Ostindia-Compagnies die chinesischen Zielhäfen Amoy, Chinchon, Ningpo, Fuchon und Kanton offen standen, setzte sich unter der Mandschu-Dynastie (1644-1911) eine „Politik der verschlossenen Tür“ durch. Der Außenhandel mit den Europäern wurde durch ein ausgeklügeltes System kontrolliert und durch ein striktes Auswanderungsverbot ergänzt, so dass auch die Anwerbung chinesischer Handwerker für Europäer praktisch undurchführbar wurde. Außerhalb des Reiches wurde der Handel auf Kanton beschränkt und die ortsansässigen Kaufleute, die Co-Hong, 1719/20 befugt, den Handel mit den Ausländern zu organisieren, zu kontrollieren und zu überwachen.

Europäische Handelsgesellschaften hatten nun nur noch von Oktober bis Januar die Möglichkeit auf einer vor Kanton gelegenen Insel Massengüter wie Tee, Seide und Porzellan zu erstehen.

Das Angebot von Gütern aus dem Inland wurden so streng reglementiert und machten eine Ausfuhr außerhalb der kaiserlichen Außenhandelsgesellschaft unmöglich, obwohl ausgesuchte Luxuswaren und Anfertigungen, wie Tapeten oder besonderes Porzellan, im Rahmen gewisser Freiräume außerhalb der Befugnisse der Co-Hong in kleineren Läden erworben werden konnten.