East India Company

Die British East India Company (EIC) also die Britische Ostindien-Kompanie wurde 1600 gegründet. Bekannt wurde sie durch das Teehandelsmonopol mit China. Aber die EIC handelte nicht nur mit Tee, sondern importierte auch Baumwolle, Seide, Salpeter und Indigo-Farbstoffe. Diese Handelsgesellschaft schloss sich aus verschiedenen reichen Londoner Kaufleuten zusammen, denen von Königin Elisabeth ein Freibrief ausgestellt wurde, der sie dazu ermächtige für fünfzehn Jahre den gesamten Handel zwischen dem Kap der guten Hoffnung und der Magellan-Straße zu kontrollieren.

Die Govenors and Company of merchants of London trading to the East-Indies wurden mit verschieden Sonderrechten ausgestatte: eigenes Siegel, Selbstbestimmte Wahl des Gouverneurs und der 24 Direktoren, Verabschiedung eigener Korporationsgesetze (by-laws). Die EIC organisierte von London aus, ihrem Hauptquartier in der Leadenhall Street, die Kolonialisierung Indiens. Aber auch entlang der Handelsroute nach Indien versuchte sich die EIC zu etablieren, wie etwa in der Gegend des südafrikanischen Tafelberges oder auf St. Helena. Dort war später die EIC mit der Bewachung Napoleons beauftragt. Außerdem besaß die EIC Niederlassungen in Hongkong und Singapur.
Nachdem sich die EIC gegenüber den Niederländern und Portugiesen in Indien behaupten konnte, expandierte sie mit ihren Kontoren.

1647 besaß die EIC bereits 23 Handelsniederlassungen mit circa neunzig Angestellten in Indien.
1661 wurden von Karl II. die früheren Sonderrechte bestätigt, es kamen sogar noch weitere Privilegien hinzu: Die Zivilgerichtsbarkeit und die Militärgewalt, ermächtigte die EIC in Indien gegen die ,Ungläubigen’ Krieg zu führen.
1670 erhielt die EIC von König Charles II. das Recht, Geld zu prägen, Festungen zu bauen, Truppen zu befehligen und eigene Territorien zu erwerben.
1717 erhielt die EIC die Zollfreiheit in Bengalen, was sich gegenüber ihren Konkurrenten als ein großer Vorteil erwies.
1757 gewonnene Schlacht bei Plassey durch Sir Robert Clive zeigte die militärische Überlegenheit, wodurch die Franzosen bis 1760 aus Indien vertrieben werden konnten. Nur wenige französische Handelsniederlassungen an der Küste, wie etwa Pondicherry, konnten sich halten.
1700-1773 die Tributforderungen der EIC Manager an das bengalische Schatzamt lösten eine Hungersnot aus, wodurch Millionen von Menschen starben.
1813 Verlust der Handelssonderrechte, allerdings behielt die EIC weiterhin die oberste Gewalt in bürgerlichen und militärischen Angelegenheiten.
1857 wurden auch die militärischen Sonderrechte auf die englische Krone übertragen, um dadurch die zunehmenden Aufstände zu unterdrücken.
1858 tagten zum letzten Mal die Direktoren der EIC.

Angeblich diente die Flagge der EIC als Vorlage für die US-amerikanischen Stars and Stripes, das St. Georgs-Kreuz mit den waagrechten Streifen war bei der EIC weiß-rot.
Nach dem Vorbild der EIC wurden die Werften in St. Petersburg gebaut.
Die Verwaltungsstrukturen der EIC finden sich auch heute noch in der indischen Bürokratie.
Die EIC gilt als die erfolgreichste Aktiengesellschaft.