Ernte

Es wird zwischen zwei verschiedenen Ernteverfahren unterschieden.
Bei der Ernte gewöhnlicher Tees begnügt man sich mit der sogenannten „Grobpflückung“ (coarse plucking): Zusätzlich zur Knospe werden bis zu fünf Blätter mitgeerntet.
Bei der „Feinpflückung“ (fine plucking) dagegen beschränkt man sich auf die wertvolle Knospe und die ersten beiden Blätter.
Beide Verfahren werden in der Erntezeit alle 10 bis 14 Tage wiederholt, da Knospe und Blätter in dieser Zeit nachwachsen.

Die Feinpflückung ist nur den weltbesten Tees vorbehalten und erinnert damit an die jahrtausendealte Tradition der „kaiserlichen Pflückung“ in den „heiligen Gärten“ Chinas: Bei dieser beschränkt man sich auf die Ernte der Knospe und des ersten Blattes oder – wie im Fall des Yin Zhen („Silbernadeln“), einer kostbaren weißen Teesorte – auf die Ernte der Knospe allein. Dieser wertvolle Tee wird überdies nur einmal im Jahr an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gepflückt – vorausgesetzt, es ist nicht windig und es gibt keinen Regen. Man nennt sie die „kaiserliche“ Pflückung, weil früher der Kaiser allein in den Genuss dieses reinsten aller Tees kommen durfte: Um seine Unbeflecktheit zu garantieren, durften diesen Tee nur behandschuhte Jungfrauen mit Hilfe von goldenen Werkzeugen ernten.